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Bericht zur Ausbildung Bodenarbeit Respekt & Vertrauen in Förrenbach (Nähe Nürnberg)

10. - 17. Juni 2009

Mitte Juni waren wir zu Gast bei Dagmar Übler und Irene Schmid in Förrenbach. Da wir bereits in Süddeutschland unterwegs waren und auch Kilate dabei hatten, hatten wir uns entschlossen, diese Schulung auch mit zwei Teilnehmern durchzuführen. Dagmar und Irene waren im Vorfeld sehr engagiert und haben sich auf die Schulung eingelassen und dadurch auch viel davon abgebracht. In Absprache mit den beiden haben wir zunächst einen Großteil der Zeit mit Coaching verbracht und ihre Pferde Wally und Curi dabei als Co-Trainer eingesetzt. Die Arbeit im heimatlichen Umfeld bewirkte, dass Dagmar und Irene ihre Erkenntnisse auch in der Interaktion mit ihrer Familie direkt umsetzen konnte. Dadurch wurde diese Schulung ungemein effektiv.

Links/Mitte: Dagmar und Irene nach der Ausbildung - glücklich und voll da! Rechts: Wir durften in einer herrlichen Landschaft im Sonnenschein arbeiten!

Wir sind bei den beiden herzlich aufgenommen worden. Dagmar hat für die Schulung ihren Reitplatz und die angrenzenden Wiesen, sowie einen Theorie-Raum im Wohnhaus zur Verfügung gestellt. Kilate konnte bei Irene auf dem Hof eine große luftige Box beziehen. Am ersten Tag begannen wir mit einer Einführung in das Thema, indem wir die Pferde von Dagmar und Irene in dem abgesteckten Areal auf dem Reitplatz händelten. Wir zeigten, wie in wenigen Minuten die Pferde Wally und Curi, die uns vorher noch nie gesehen hatten, auf feinste körpersprachliche Signale folgten oder wichen. Wir bewegten die Pferde in Freiarbeit in allen Richtungen und Gangarten, wie von Zauberhand. Nun war es an Dagmar und Irene das in diesen acht Tagen selbst zu lernen. Die Einführung sollte deutlich machen, dass die Pferde nichts lernen mussten, sondern die Menschen! Eine harmonische und friedliche Kommunikation ist nur möglich, wenn der Mensch klar seine Absicht nach außen bringt, verlässlich und berechenbar ist und liebevoll Grenzen setzt.

In den einzelnen Sessions lernten Dagmar und Irene ihre Energie zu fokussieren und effektiv in ihrer Körpersprache und Haltung zu transportieren. Kurze knackige Sessions und dann immer wieder eine Pause, um dem Pferd unsere Wertschätzung für die getane Arbeit entgegenzubringen und selbst auf normal Null runter zu fahren.

Nun ging es daran, Dagmar und Irene die Kommunikation über Körpersprache und die richtigen Winkel zu Pferd zu vermitteln. Zunächst von Mensch zu Mensch, später in der Freiarbeit mit dem Pferd konnten die beiden sich die Positionen, Klarheit und Dynamik erarbeiten. Da sie nur zu zweit waren, kamen die persönlichen Themen jeweils sofort zum Tragen. Die Pferde spiegelten glasklar und ohne Filter die Energie der Menschen, sowie ihre innere Haltung verstärkt nach außen. Sie sind wunderbare Lehrer, wenn sie die Möglichkeit erhalten, frei zu kommunizieren! Dann kam die Arbeit mit dem Seil. Hier spielt der richtige Winkel und die Dynamik eine noch größere Rolle, da hier der Mensch dichter am Pferd läuft und dadurch schnell vor die Schulter gerät. Doch nach einigen Übungen im Team hatten Dagmar und Irene es geschafft. Die Pferde liefen dynamisch und fleißig, auch im Handwechsel an den Pylonen. Zur Erhöhung der Energie und des Schwungs hatten wir eine Session mit Kavaletti eingebaut. Das hat super funktioniert.

Ein wichtiger Teil unserer Arbeit war die Förderung der beteiligten Personen und Pferde, in Gleichberechtigung und Kooperation ein Team zu bilden. Wenn Stress aufkam oder jemand blockiert war, gab es Breaks, in denen Dagmar und Irene um den Platz gingen, um aus der Stress hervorrufenden Situation herauszukommen.

Die wichtigsten Aspekte, die in der Beziehung zwischen Menschen und Pferden in dieser Ausbildung erarbeitet werden konnten, waren die Tatsache, dass ein Mensch nur die Führung übernehmen kann, wenn er agiert und das Pferd reagiert. Dagmar und Irene konnten das jeden Tag besser umsetzen und siehe da, die Pferde wurden entspannter und motivierter. Durch die abwechslungsreiche Arbeit und diesem Prinzip "Aktion/Reaktion" war Dagmar in der Lage, Wally fleißig zu machen. Diese hatte sich vorher immer durch nichts tun entzogen und Dagmar durch stehen bleiben oder nicht antraben wollen immer wieder in die reagierende Rolle gebracht. Curi fehlte Selbstbewusstsein und Anlehnung. Irene gelang es in den acht Tagen, in ihre Kraft zu kommen, präsent zu sein und Curi den Rahmen zu geben, den er brauchte, um sich fallen lassen und einlassen zu können. Schließlich war er die Ruhe selbst, und Irene konnte die alltäglichen Verrichtungen in Ruhe und Gelassenheit mit ihm absolvieren.

Links: In den Pausen wurde die Beziehung zu den Pferden gepflegt! Mitte: Von der Energielosigkeit Wally's war nun nichts mehr zu spüren. Rechts: Friedhelm demonstrierte die Klärung des Respektverhältnisses in der Freiarbeit sehr eindrucksvoll mit Kilate.

Am Sonntag nach der Ausbildung fand bei Dagmar noch ein Infotag statt. Dagmar und Irene hatten viele Aushänge gemacht und Interessenten eingeladen, die Pferdisch Arbeit live zu erleben. Von der Bodenarbeit über das Reiten bis hin zu Reitunterricht und Coaching konnten wir mit Kilate sehr eindrucksvoll die Bedeutung der Persönlichkeit und Körpersprache in der friedlichen Kommunikation mit anderen Kreaturen demonstrieren. Bis auf einen Regenschauer hatten wir herrlichstes Wetter und viele Menschen waren gekommen.

Den Besuchern wurde deutlich, wie nur durch eine geklärte Beziehung auf der Basis von Respekt & Vertrauen eine leichte und sensible Kommunikation mit Pferden am Boden und im Sattel möglich ist.

Das Highlight bildete am Schluss die Coaching Demonstration in der Arbeit mit Naomi, einem 12jährigen Mädchen, dass mit ihrer Mutter zu diesem Infotag gekommen war. Die Fotos sprechen Bände! Nachdem sie zunächst sehr verspannt und ängstlich mit den Händen am Sattel auf Kilate hockte, blühte sie im Laufe der Zeit richtig auf und thronte stolz wie eine Königin auf dem großen weißen Pferd! Die Coaching Arbeit mit Pferden ist das schönste, was wir machen dürfen. Kilate genoss es sichtlich, Naomi zu helfen. Zum Schluss konnte Naomi den großen Schimmel sogar ohne Seil zu ihrer Mutter führen. Er folgte ihr willig zu den Zuschauern.

Coaching ist die schönste Arbeit für Pferde - die Bilder zeige die Hingabe und Sensibilität mit der das Pferd dem Kind gegenüber tritt.

Wir möchten uns bei Dagmar, Irene und ihren Familien für die Gastfreundschaft bedanken! Irene und Dagmar sind bereit, für weitere Interessenten eine solche Schulung bei sich auf dem Hof zu organisieren. Wer also Interesse hat, sollte sich mit Irene Schmid ( Tel. 0179 4947997 ), Email post@fotostudio-schmid.de in Verbindung setzen. Die Anmeldung erfolgt schriftlich bei uns.

Fotos (C) 2009 Christine Pohl & Irene Schmid

Feedbacks

Dagmar Ü. aus Förrenbach: "Liebe Christine, lieber Friedhelm, noch einmal vielen Dank für die gemeinsame Zeit mit Euch. Es war für mich eine sehr notwendige, sehr wertvolle und wichtige Zeit in meinem Leben. Mit Euerer Hilfe konnte ich alte Sichtweisen und Lebensmuster erkennen, ein neues Bewusstsein erlangen und mehr Gelassenheit  finden. Jetzt gilt es, diese zu erhalten, zu leben  und mit Hilfe von meinem Pferd neue Erfahrungen sammeln. Wallaby ist eine gute Lehrerin für mich. Euer Umgang mit meinem Pferd hat mich sehr berührt, Ihr seid sehr liebevoll, aber auch sehr klar. Besonders meine Erfahrung am vorletzten Tag mit meinem Pferd Wallaby war ein ganz besonderes Geschenk für mich. Ich freue mich schon auf August bei Euch in Warendorf. Ihr beide seid für mich ganz besondere Menschen mit einer ganz besonderen Begabung. Dagmar"

Irene S. aus Förrenbach: "Ich möchte mich noch ganz herzlich bedanken, für die tolle Zeit mit Euch, Eure Ehrlichkeit, Liebe, Verständnis und Geduld die ihr mir geschenkt habt. Wünsche Euch alles Liebe und Gute auf Eurem Weg und dass Ihr all das erreicht, was Ihr erreichen wollt. Irene"

Last edited 07. Juli 2009