Hufe & Co -  Wissenswertes für jeden Pferdehalter

Ein Erfahrungsbericht mit vielen AHA-Erlebnissen in Fortsetzung

Von Dr. Christine Pohl

1. Vorgeschichte

Ich besitze seit ca. 12 Jahren einen PRE Wallach, der heute 16 Jahre alt ist. Ich habe dieses Pferd in Spanien beschlagen gekauft und laut Aussage der Hufsschmiede (sowohl in Spanien als auch in Deutschland), die ich seitdem konsultiert habe, auch immer wieder beschlagen müssen, denn mein Pferd hat „Zwanghufe“. Ich habe es zwischenzeitlich auch barfuss versucht, denn unser Gelände hier im Raum Warendorf bietet gute Reitmöglichkeiten mit kilometerlangen Sand- und Waldwegen. Allerdings „klappten“ nach mehreren Wochen immer die Hufwände nach innen, besonders hinten an den Trachten, so dass der Huf immer kleiner und schmaler statt breiter wurde. Wieder bekam ich die Antwort vom Schmied: Das Pferd kann nicht ohne Eisen laufen. Wir machen die Eisen so, dass der Huf im Laufe der Zeit breiter wird (Theorie: Eisen größer als der Huf, dann kann der Huf breiter werden). Also, Eisen wieder dran. So ging es einige Jahre bis Anfang letzen Jahres am rechten Vorderhuf außen ein Riss entstand, der vom Kronenrand bis runter zur Sohle reichte. Der Schmied hatte die Theorie: Ja, der hatte dort eine Verletzung, deshalb heilt das nicht mehr. Er muss weiter Eisen tragen, damit der Huf trotzdem hält …

2. Die Situation spitzt sich zu

Schließlich und endlich kam es wie es kommen musste: Der Riss musste beim letzten Ausschneiden unten ausgehöhlt werden, denn das Horn war durch eine Entzündung weich geworden. Dies war am 22. Dezember 2008. Nun wusste sich der Schmied keinen Rat mehr. Er bat mich, andere Hilfe in Anspruch zu nehmen und empfahl mir seinen Kollegen, der in einer Tierklinik täglich Pferde huftechnisch versorge und daher über ein viel größeres Repertoire verfüge. Den Zustand der Hufe am 22. Dezember habe ich fotografisch festgehalten. Denn nun war mir spätestens klar, dass hier etwas passieren musste!

  

Links: Huf mit Riss und Loch nach dem Ausschneiden; rechts: Huf mit Riss und Loch dann Beschlagen

(Fotos vom 22.12.2008 Christine Pohl)

In verschiedenen Schulungen bei uns im Ausbildungszentrum hatten uns im Laufe der Zeit schon einige Teilnehmer auf Möglichkeiten hingewiesen, die neue Wege in der Hufpflege aufweisen und einen ganzheitlichen Ansatz wählen. Erst im November waren zwei Teilnehmer mit ihren Pferden bei uns, die uns davon berichteten, sie würden nach der Ausbildung ihre Pferde zu einer „Hufklinik“ bringen, wo die Pferde grundsaniert werden sollten, was die Hufe betrifft. Wir wurden hellhörig.

Ich begann im Internet zu forschen und gleichzeitig schickte ich die Fotos vom 22.12.2009 an die beiden Seminarteilnehmer, die diese Fotos an den Leiter der Hufklinik sandten und um ein Feedback baten. Die Antwort war niederschmetternd:

Die Hufe des Pferdes sind tatsächlich sehr krank. Es handelt sich dabei eindeutig um einen starken Zwang, sowie eine Separation. Als Separation bezeichnen wir den Aufhängungsverlust, wie dieser nach einer chronischen Hufrehe auftritt, was dieses Pferd zweifelsfrei hat. (Man würde das auch auf seitlich aufgenommenen  Röntgenbildern des Hufbeins sehen.) Der Kapselbruch resultiert von falschen Spannungen in der Hornkapsel. Das Hufbein ist auch nicht in einer bodenparallelen Lage, weshalb die Hornwände in horizontalen Wellen herunter schieben - dazu noch in einer sehr schlechten Qualität. Diesem Zustand ist also eine schwere mechanische Hufrehe vorausgegangen, die nicht einmal schmerzhaft gewesen sein muss, da durch den Beschlag mit der Blutversorgung auch die Nervenversorgung abgeschaltet wurde. Das Pferd hatte keine Sensation mehr im Huf. Meine Diagnose lautet, dass das Pferd nach konventioneller Sicht in relativ kurzer Zeit Stege und Platten oder ausgespritzte Sohlen verordnet bekommt, weil sonst keine Lahmfreiheit mehr hergestellt werden kann. Die Auswirkung sind noch stärkere Nekrosen und die Zerstörung von lebendem Gewebe. Heilung kann auch in diesem Fall nur nach Abnahme der Hufeisen und nach Beseitigung der Ursachen, d.h. durch eine fachmännische Hufbearbeitung und Veränderung der Lebensumstände für dieses Pferd erfolgen. Es ist, nachdem richtige Bewegung in den Huf kommt mit einer Hufbeinsenkung zu rechnen. Nach einer Zeit bildet sich bei richtiger Betreuung in der Regel eine neue Aufhängung, die dann meistens intakt ist. Die Hufqualität würde sich ebenfalls erheblich verbessern.“

Ich hatte das Gefühl, dass mein Pferd dem Tode geweiht war, wenn ich für die Hufe keine Lösung fand. Erstmal ein Schock. Allerdings war diese Diagnose auch mit der Aussicht gestellt worden, dass die Hufklinik natürlich auch eine Lösung zu bieten hatte. Doch dazu später mehr.

Ich vereinbarte zusätzlich unverzüglich einen Termin bei dem Schmied aus der Tierklinik. Durch die bevorstehenden Feiertage konnte ich erst Anfang Januar einen Termin bekommen. Er kam, sah sich das Pferd an und riet mir, die Eisen sofort abzunehmen, die Trachten zu kürzen und den Strahl zu behandeln (sein Rat war mit Wasserstoffperoxid, ein weit verbreitetes Desinfektionsmittel – als langjährige EM Verwenderin, kam das für mich überhaupt nicht in Frage, und ich entschied mich für mein altbewährtes EM-A [1]). Allerdings war er nicht bereit, mein Pferd zu behandeln. Er bot sich an,  meinen Schmied anzurufen und mit diesem die weitere Behandlung abzusprechen. Dieser sollte dann nach seiner Anleitung meinem Pferd die Eisen entfernen und die Trachten kürzen. Bei mir entstand der Eindruck, dass hier ein Hufschmied dem anderen keine Kunden streitig machen wollte. Anders kann ich mir die kategorische Weigerung, mein Pferd direkt zu behandeln, nicht erklären.

Ich vereinbarte noch am nächsten Morgen einen Termin mit meinem Schmied. Dieser tat wie geheißen, allerdings mit der Bemerkung: Ich habe hiermit nichts mehr zu tun. Das ist nicht mehr meine Verantwortung. Ich mache nur, was mir mein Kollege gesagt hat.

  

Links: Huf mit Riss und Loch nach Abnahme der Eisen und Kürzen der Trachten; rechts: der gleiche Huf von innen - der Zwang ist noch erhalten

(Fotos vom 14.01.2009 Christine Pohl)

Damit war diese Geschäftsbeziehung für mich ein für alle Mal gestorben. Der Schmied, dem ich über sieben Jahre mein Pferd anvertraut hatte und dem gegenüber ich mich immer loyal verhalten hatte, zieht sich aus der Affäre und lässt mich im Regen stehen. Heute sage ich: „Gott sei Dank!“, denn nur so konnte ich überhaupt verstehen, dass hier Handlungsbedarf besteht, und ich endlich selbst Verantwortung übernehmen muss!!!

3. Akuter Handlungsbedarf

Mir ließ die Situation keine Ruhe, denn dies war noch keine endgültige Lösung, wenngleich Kilate nach Entfernung der Eisen und Kürzung der Trachten förmlich aufzuatmen schien. Er tollte auf der Wiese herum, wie ein Jungpferd.

Wir beschlossen, ein Telefonat mit dem Leiter der Hufklinik zu führen, der uns die niederschmetternde Diagnose gestellt hatte. Das Gespräch war sehr intensiv und auch sehr informativ. Ich bekam langsam ein ganz anderes Bild von einem Pferdehuf und wie er sein sollte und was er definitiv bei meinem Pferd nicht war. Alles, was ich hörte, klang sehr logisch und war absolut nachvollziehbar. Die Tatsache, dass es Menschen gibt, die die Hufe so ausschneiden können, dass eine Heilung geschieht, gab mir wieder Hoffnung. Auf jeden Fall brauchte ich mehr Informationen.

4. Neue Erkenntnisse

Durch das Gespräch mit dem Leiter der Hufklinik hatten wir das erste Mal Kontakt mit der Methode von Frau Dr. Strasser, die in langjähriger Forschung den Pferdehuf als Barfußgänger studiert und festgestellt hat, wie gesunde Pferdehufe aussehen und was gegeben sein muss, dass Pferdehufe gesund bleiben und den Organismus des Pferdes unterstützen können, statt ihn zu schädigen. Diese Methode funktioniert natürlich nur, wenn das Pferd ganzheitlich betrachtet wird. Das bedeutet, ein Pferd braucht ausreichend Bewegung mit Anreizen für den Huf (also nicht nur Matsch-Paddock, sondern befestigten Boden!), eine ausgewogene, artgerechte Ernährung und Sozialkontakt – also Kontakt zu Artgenossen auf der Weide oder im Auslauf. Ich wollte mehr wissen, denn all diese Faktoren liegen genau in unserem Sinne, nämlich dem Pferd ein artgerechtes Dasein zu ermöglichen, und zwar nicht nur physisch, sondern in unserem Fall auch mental!

Wir vereinbarten einen Besuchstermin in der Hufklinik, und zwar mit Pferd. Der Termin war erst vier Wochen später möglich, da wir durch unsere Schulungen sehr eingespannt waren. Wir baten daher um Literatur, um uns bestmöglich auf das Treffen vorbereiten zu können. Ich hatte also Gelegenheit, mich mit der Theorie der ganzheitlichen Hufbehandlung von Dr. Strasser einzulesen. Es war – was die Hufpflege angeht -  wie eine Offenbarung. Ich frage mich nun, warum wissen das die Hufschmiede nicht? Ein gesunder Pferdehuf ist nicht nur zum Laufen da, sondern hilft dem Herz in seiner Pumpleistung für den Blutkreislauf und fungiert außerdem als wichtiges Ausscheidungsorgan für Abfall-Eiweiß, das der Körper entsorgen muss.

Klar, dass es einen Hufmechanismus gibt, hatte ich schon gehört. Aber welche Bedeutung die Hufbewegung für den Gesamtorganismus hat, war mir nicht bewusst. Wenn das Pferd laut Frau Dr. Strasser Eisen trägt, wird dieser Hufmechanismus abgeschaltet, die Hufdurchblutung zumindest gestört, wenn nicht ebenfalls abgeschaltet und die Pumpleistung entfällt, wodurch das Herz eine enorm höhere Belastung erfährt. Mal ganz abgesehen davon, dass die Ausscheidung von Stoffen, die der Organismus nicht benötigt über die Hufe nicht mehr möglich ist und allein von Niere, behaarter Haut und Schleimhäuten geleistet werden muss. Dadurch entsteht natürlich eine enorme Belastung. Ich betrachte es danach mit ganz anderen Augen,  dass mein Pferd ein Sommerekzem entwickelt hat.

Was die Fütterung, die Haltung und die mentale Gesundheit von Pferden angeht, konnte ich mich nicht mit den teilweise extremen Ansichten von Frau Dr. Strasser identifizieren. Da gehen unsere eigenen langjährigen Erfahrungen mit mehr als 1000 Pferden vieler Rassen in eine andere Richtung. Wir blieben also wach und skeptisch, denn zu viele Experten beanspruchen in der Pferdeszene einen Alleinvertretungsanspruch für sich und werden dadurch regelrecht dogmatisch.

5. Hoffnung

Mit den neuen Erkenntnissen schöpfte ich Hoffnung für eine mögliche Heilung der Hufe von Kilate. Die Eisen waren ja bereits entfernt, die Trachten gekürzt. Mein Pferd verbrachte den ganzen Tag auf der Weide mit seinem Stallkumpel und hatte ausreichend Bewegung. Er lief wie eh und je. Am dem Tag, als die Eisen entfernt wurden, benahm er sich – wie bereits angedeutet, eher wie ein Fohlen, als wenn er neu geboren war. Ich hatte wirklich den Eindruck, er ist befreit. Es muss eine enorme Erleichterung für ihn gewesen sein! Auch in den folgenden vier Wochen gab es keine Probleme. Ich habe in der Zeit für ausreichende Bewegung auf Paddock und Weide gesorgt, aber auf Arbeit am Boden und unter dem Sattel verzichtet, um den unter Spannung stehenden Barfußhuf nicht übermäßig zu belasten.

6. Enttäuschung

Wir fuhren also Anfang Februar nach Losheim in der Eifel. Dort angekommen, luden wir Kilate ab und stellten ihn auf Anweisung zu einem älteren Wallach in ein kleines abgetrenntes Areal mit Unterstand. Das Areal war mit Gummiboden versehen und wird für Huf-kranke Pferde verwendet, die von der restlichen „Herde“ getrennt laufen sollen, wenn sie sehr große Schmerzen haben. Der restliche Auslauf mit einem weiteren großen überdachtem Areal war befestig (Verbundpflaster bzw. Betonrasensteine), um den behandelten Hufen möglichst viel Gelegenheit zu geben, zu arbeiten, den Hufmechanismus in Gang zu halten, die Durchblutung zu fördern und den Heilungsprozess zu unterstützen. Die Anlage ist als Offenstall konzipiert. Dazu gibt es seit kurzem eine oval geformte überdachte Führanlage. Deren Boden besteht aus einer dünnen Sandschicht auf Verbundsteinpflaster. Hier wird laut Aussage des Leiters der Hufklinik gezielt der Huf gefordert und das Pferd während seines Klinikaufenthalts bewegt.

Wir kannten zwei Pferde, die dort derzeit stationär über mehrere Monate behandelt werden. Diese beiden Vollblüter waren noch im November 2008 bei uns in einem Bodenarbeitskurs gewesen, wo wir sie fütterungstechnisch eingestellt und aufgepäppelt hatten. Als wir sie jetzt zu sehen bekamen, waren wir schockiert. Sie waren beide extrem abgemagert, einer der beiden war übersäet mit Bisswunden (die meisten Pferde dort hatten welche) und beide schauten traurig und energielos aus den Augen. Ein Bild des Jammers.

Diese beiden Pferde gehören dem Ehepaar, durch das wir auf diese „Hufklinik“ aufmerksam gemacht worden waren. Nach einem Wochenendhufseminar hatte der Leiter sie überzeugt, ihre Pferde für mehrere Monate in diese Klinik zu bringen, einer der Besitzer befindet sich nun  zudem in der zweijährigen Ausbildung zum Hufheilpraktiker

Zu der örtlichen Situation möchte ich nur ganz kurz Stellung nehmen. Jeder Pferdehalter hat seine Wahrheit, das ist uns aus hunderten Kontakten durchaus bewusst. Für uns war dieser Offenstall kein Offenstall und die Hufklinik war keine Hufklinik. Wer das näher verstehen möchte, dem empfehlen wir einen Besuch dort, um sich selber seine Meinung zu bilden.

Für mich kam es auf keinen Fall infrage, Kilate auch nur einen Tag in diesen Offenstall zu stellen, geschweige denn ihn mehrere Monate bis hin zu einem Jahr 300 km weit weg von meiner Aufsicht und Betreuung alleine dort zu lassen. Ich habe mich mit Friedhelm diesbezüglich abgeglichen, er war absolut der gleichen Auffassung.

Nun zur fachlichen Seite. Als Kilate dort in dem kleinen abgetrennten Areal stand, begutachteten sowohl der Leiter der Klinik als auch seine Lebensgefährtin Kilates Hufe. Die Diagnose war niederschmetternd. Eine Horrorbotschaft jagte die nächste.

Ob das überhaupt wieder zu heilen wäre. Die Form sei fatal, der Zwang extrem, Strahl und Huf sozusagen tot (nicht durchblutet), ganz schwieriger Fall, ob das Pferd überhaupt würde laufen können vor Schmerzen, wenn dieser Huf wieder durchblutet würde, und so weiter und so weiter. Als erstes müssten Röntgenaufnahmen gemacht werden. Dann könnte man weiter sehen.

  

Links: Strahl geht sehr tief, Pferd hat extremen Zwanghuf; rechts: Eckstrebenhorn hat sich auf der Sohle verteilt, starker Zwang

(Fotos vom 22.12.2008 sowie 05.02.2009 Christine Pohl)

Alles lief darauf hinaus, dass Kilate mindestens ein Jahr lang dort bleiben sollte, aber eine Heilungsgarantie könne man uns nicht geben. Mir war elend zumute. Wir fragten uns beide ernsthaft, ob wir das Kilate überhaupt zumuten sollten oder ob es dann nicht die Erlösung wäre, ihn einschläfern zu lassen. So extrem negativ wurde seine Hufsituation ausgemalt.

Die erste Frage, die Friedhelm dem Leiter der Hufklinik stellte war: Wenn wir Kilate jetzt hier therapieren ließen, wer würde dann, wenn das Pferd wieder bei uns in Warendorf steht, das Pferd weiter betreuen (denn ein Ausschneiden müsste ja auch genau nach dieser Theorie weiter passieren)? Darauf bekamen wir die Antwort: Es gibt niemanden in der Nähe. Eine Anschlussbehandlung könne er uns nicht gewährleisten. Er würde uns raten, dass einer von uns selber die Ausbildung zum Hufheilpraktiker absolviere, um das Pferd danach adäquat betreuen zu können.

Hollah, dieses Angebot kannten wir doch irgendwoher…

Von nun an waren wir auf der Hut!

Friedhelm erklärte, dass das für ihn auf keinen Fall infrage käme. Wir wären auf der Suche nach kompetenter Hilfe. Friedhelm erklärte dem Leiter der Hufklinik, dass er sich auch keine Kuh kaufen würde, wenn er einen Liter Milch brauche.

Als der Leiter der Hufklinik merkte, dass da nichts zu machen war, brachte er eine Hufheilpraktikerin namens Renate Hüttmann ins Gespräch, die aus Billerbeck käme und die vor 10 Jahren bei Frau Dr. Strasser die Ausbildung gemacht habe und seitdem praktiziere. Sie sei allerdings nicht im Verband deutscher Hufheilpraktiker und daher wisse er nicht, wie sie arbeite, bekamen wir gesagt. Der Leiter der Hufklinik versuchte in unserer Anwesenheit in einem Telefonat mit Frau Hüttmann, diese davon zu überzeugen, bei ihm eine Fortbildung zu besuchen und die Mitgliedschaft im Verband in Erwägung zu ziehen, was diese offensichtlich ablehnte. Daraufhin riet uns der Leiter der Hufklinik kategorisch davon ab, mit Frau Hüttmann überhaupt Kontakt aufzunehmen. Sie würde die Hufe nicht so schneiden, wie er das für richtig hielte. Schließlich gab er uns eine weitere Adresse,  von einer Hufheilpraktikerin aus dem Bergischen Land. Die wäre unter Umständen bereit und in der Lage, Kilates Hufe weiter zu behandeln, aber Kilate müsste mindestens für vier Monate bei ihm in der Hufklinik bleiben. Diese vier Monate veränderte er im weiteren Gespräch dann noch einmal auf sechs Monate.

Wir haben dann in einem mehrstündigen Gespräch mit dem Leiter der Hufklinik versucht zu ergründen, was wirklich mit Kilates Hufen los ist und ob und wie sie therapiert werden können. Der Leiter der Hufklinik lenkte das Gespräch jedoch immer wieder auf die Theorie nach Frau Dr. Strasser und zeigte uns wiederholt anhand von präparierten Pferdehufen und Knochenteilen, was im Pferdehuf passiert, wenn er Zwang hat oder Eisen trägt. Wir bekamen immer wieder erklärt, was ein gesunder Huf kann und wie er aussieht. Wir bekamen Fotos von Pferdehufen und Pferden gezeigt, die auch schwer krank waren und die dann geheilt wurden.

Wir hatten den Eindruck, dass wir manipuliert werden sollten. Alles in sich war irgendwie nicht stimmig. Der Leiter der Hufklinik schien erheblich unter Druck zu stehen. Sollte Kilate zunächst mindestens ein Jahr lang in der Klinik bleiben, veränderte sich die Prognose im weiteren Gespräch mehrfach, so dass wir unter 2 – 4 und 6 Monaten bis zu dem besagten Jahr wählen konnten. Die verschiedenen Lösungen, die wir für Kilate im Gespräch angedacht hatten, führten zu keinem eindeutigen Ergebnis. Mal sollte es möglich sein, Kilate zwei Monate in der Klinik zu lassen und dann ambulant in Warendorf weiterzumachen. Dann waren es mindestens sechs Monate, die er da bleiben sollte, dann wäre ein Jahr angesagt. Keine geradlinige Aussage zu Zustand und Therapie meines Pferdes. Ich wusste am Ende immer noch nicht, was sachlich zu tun war und wie es mit meinem Pferd weitergeht und vor allem gab es keine Lösung, die meinem Pferd gerecht geworden wäre. Kilate ist putzmunter, guter Dinge, arbeitet gerne, ist sehr sozial und als Herdenchef immer sehr souverän und ausgeglichen. Er war in den 12 Jahren, die ich ihn kenne (und das täglich) nicht ein einziges Mal lahm. Hier stimmte etwas nicht, bei uns gingen die Alarmglocken an.

Lange Rede, kurzer Sinn: Nach einer kurzen Bedenkzeit während eines Spazierganges an der frischen Luft sahen wir wieder klar. Wir haben Kilate wieder aufgeladen und mit nach Hause genommen. Wir hätten ihn auf keinen Fall da gelassen. Das Horrorszenario, dass für ihn bzgl. seiner Hufe geschildert wurde, konnten wir nicht nachvollziehen. Insgesamt war der Besuch in der Eifel dennoch sehr wertvoll und aufschlussreich.

Was ich hier schreibe, betrifft nicht die  Methode und die Theorie von Dr. Strasser. Diese ist für uns - was die Hufe betrifft -  nach wie vor stimmig.

7. Eine Lösung – logisch und pferdegerecht

Wir haben noch auf der Rückfahrt Frau Renate Hüttmann angerufen. Sie hat vor 10 Jahren die Hufheilpraktiker-Ausbildung bei Frau Dr. Strasser absolviert und praktiziert seit dem. Sie hat in der Zwischenzeit an die 25.000 Hufe behandelt und hat viel Erfahrung mit Zwanghufen und auch Hufrehe-Patienten.

  

Links: Huf mit Riss und Loch vor dem Ausschneiden von Renate Hüttmann; rechts: der gleiche Huf nach der Behandlung - richtige Winkelung, sowie adäquate Trachtenhöhe plus Weitungsschnitt innen (hier nicht sichtbar)

(Fotos vom 05.02.2009 Christine Pohl)

Ich habe sie gefragt, ob sie sich mein Pferd anschauen würde und evtl. ausschneiden und betreuen würde. Renate kannte unsere Arbeit, da sie Pferde von zwei unserer Kundinnen betreut. Sie war aufgeschlossen und bot mir ganz kurzfristig einen Termin an. Das war am Donnerstag, dem 05.02.09. Sie sah sich die Hufe an und bestätigte starke Zwanghufe. Dazu kam die falsche Winkelung, zu lange Trachten und Eckstrebenhorn, dass sich auf der Sohle verteilt hatte. Sie schnitt Kilates Hufe aus, so dass die Hufe anfangen konnten zu arbeiten und ein Hufmechanismus möglich wurde. Schon während der Behandlung wurde der erste Huf, den sie geschnitten hatte, warm. Ein Zeichen von Durchblutung. Mein Pferd stand seelenruhig und genoss seine Pediküre. Er wirkte erleichtert. Die erste Behandlung von Kilate hat uns absolut überzeugt. Renate weiß, was sie tut. Sie packt an und arbeitet sehr akkurat. Ihre fachlichen Auskünfte sind patent und vor allem praktikabel in dem Umfeld, in dem die Pferde leben. Sie vertritt die Auffassung, dass ein Pferd dort genesen muss, wo es lebt. Was nützt es, wenn es in einer Hufklinik gesunde Hufe bekommt, der Besitzer nicht beteiligt ist, keine Verantwortung übernehmen muss und sich nichts im Leben des Pferdes verändert? Die Besitzer müssen mit lernen und dem Pferd das Leben bieten, das gesunde Hufe und damit ein gesundes Pferd ermöglicht.

Renate erzählte uns von Pferden mit Hufrehe, die sie erfolgreich  geheilt hatte und in uns verfestigte sich die schlimme Erkenntnis, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht nötig gewesen wäre, Gini im Herbst 2008 nach ihrem Rehe-Schub in einer Fachklinik für  Pferde einschläfern zu lassen. Wir müssen uns eingestehen, dass wir uns viel eher hätten kümmern müssen, es gab Anzeichen für eine falsche Hufbehandlung bei unseren Pferden durch den gleichen Schmied, die wir ignoriert haben, weil wir seit 15 Jahren ein freundschaftliches Verhältnis zu ihm hatten und infolgedessen die nötige Kritik nicht haben walten lassen. Es ist kein schönes Gefühl, sich diese Versäumnisse eingestehen zu müssen.

Und dennoch ist es so, wie es nun ist.

Wir sind unserem alten Schmied dankbar, dass er ehrlich gesagt hat, dass er mit seinem Wissen am Ende sei. Wir sind ihm dankbar, dass er uns empfohlen hat, anderweitig Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wir sind unseren beiden Seminarteilnehmern dankbar, dass sie uns auf alternative Behandlungsmöglichkeiten aufmerksam gemacht haben.

Wir sind dem Leiter der Hufklinik dankbar, dass er so überzogen hat, dass wir leicht die Entscheidung treffen konnten, selber die Verantwortung für unser Pferd zu übernehmen.

Und wir sind Renate Hüttmann dankbar, die eine wirkliche Pferdefrau ist, intelligent, manuell kompetent und ausgesprochen handfest, liebevoll und mit sehr viel Herz für die Pferde. Selten sind wir solch einem tollen Menschen in der Pferdeszene begegnet.

8. Was weiter passierte

Am Montag, dem 16. Februar 2009, also 14 Tage später, kam Renate Hüttmann erneut zu uns. Inzwischen hatten sich einige Pferdehalter aus unserem direkten Umfeld mit ihren Pferden ebenfalls an unserem Zentrum eingefunden, um sich Rat und Tat von Renate zu erbitten. Renate hat Kilates Hufe erneut kontrolliert und behandelt. In der Zwischenzeit hatte ich seine Hufe täglich feucht gehalten, damit sie elastisch blieben. Dazu hatte Renate mir so genannte Gummikühlschuhe empfohlen, in die ich Kilates Hufe reinstelle und die ich mit Wasser fülle (plus EM-A). Danach machen wir ausgedehnte Spaziergänge auf festem Untergrund als Huftherapie. Den Rest der Zeit verbringt Kilate wie gewohnt mit seinem Stallkumpel auf der Weide und im Paddock. Auch der Stoffwechsel wird unterstützt. Die Leber kann im Laufe der vielen Jahre mit Eisen überlastet worden sein. Als Unterstützung bekommt Kilate jetzt Kräuter ins Futter, die den Stoffwechsel verbessern, und zwar Mariendistelkraut, Brennnessel und Birke.

     

Links: Nach dem zweiten Ausschneiden - das nachwachsende Horn hat bereits keinen Riss mehr! Mitte: Hier ist zu sehen, dass das Eckstrebenhorn bis zum Leben entfernt wurde. Rechts: Renate Hüttmann bei der Arbeit (Fotos vom 16.02.2009 Christine Pohl)

Bei diesem zweiten Besuch hat Renate Kilates Hufe erneut ausgeschnitten, diese hatten sich bereits geweitet, was an der Hufunterseite und am Kronenrand laut Renates Erklärungen auch für Laien nachzuvollziehen war. Der Druck am Kronenrand ist auch weg. Renate hat bei diesem Besuch die Eckstreben von Kilates Hufen ausgegraben. Das wirkte sich sehr günstig auf seine Hufanatomie aus. Da es sich um Schnitte bis an das „Leben“ handelt, ging Kilate in den folgenden Tagen auf hartem Boden etwas vorsichtig, er lahmte aber nicht. Inzwischen, eine Woche später, hat sich das verflüchtigt. Er geht wie eh und je, nur freudiger, schreitet anders aus und ist sehr gut drauf. Ich kann ganz gewohnt mit ihm am Boden arbeiten. Er ist fleißig und trittsicher.

Es ist laut Renate Hüttmann durchaus möglich, dass im Laufe der Therapie Hufgeschwüre auftauchen, die  von alten Verletzungen herrühren. Der Huf scheidet totes Gewebe auf diese Weise aus. Bisher ist das nicht der Fall, Kilate läuft einwandfrei. Wir werden das weiter beobachten. Im weiteren Verlauf wird es möglich sein, dass wir zwischen zwei Behandlungen die Hufe mit pflegen (raspeln), damit die Abstände von Renates Besuchen auf eine reguläre Hufbetreuung ausgeweitet werden können, nämlich alle fünf bis sechs Wochen.

Wenn wir die gegebenen Tatsachen nun mit der Prognose aus der Hufklinik vergleichen, dann stehen ein stationärer Aufenthalt in der Klinik über 6 – 12 Monate, eventuell noch die Absolvierung einer Hufheilpraktikerausbildung im Wert von 10.000 Euro und einer Ausbildungszeit über zwei Jahr, zwei Besuchen einer ambulant tätigen Hufheilpraktikerin gegenüber, die Kilates Hufe in eine Form gebracht haben, die am besten die Fotos verdeutlichen, die diesem Artikel beigefügt sind. Die Therapie ist zwar noch nicht abgeschlossen, allerdings entstehen keine zusätzlichen Kosten, denn die Hufe meines Pferdes habe ich vorher auch alle 5 - 6 Wochen bearbeiten lassen. Und das war sogar noch teuer durch das Beschlagen!

Ein jeder kann sich danach selber ein Urteil über die verschiedenen Optionen bilden, die das Leben für uns so bereit hält.

Wir werden den Verlauf der Behandlung und die Veränderung der Hufe und des Pferdes weiterhin mit Fotos dokumentieren. In jedem Newsletter gibt es ein kurzes Update mit einem Verweis auf unsere Homepage, wo die ganze Geschichte illustriert zu lesen sein wird.

Uns ist es ein Anliegen, dass diese Informationen viele Pferdebesitzer erreicht, da wir glauben, dass hier ein enormer Aufklärungsbedarf besteht!

Update 06. März 2009

Mitte Februar wurden Kilates Hufe das zweite Mal von Renate Hüttmann, einer Hufheilpraktikerin aus Billerbeck, ausgeschnitten. Sie hat Eckstrebenhorn entfernt, um dem Huf die erforderliche Bewegung nach unten zu ermöglichen, die ihm während der vielen letzten Jahre verwehrt war. Die erste Woche nach dem Ausschneiden lief Kilate auf hartem Boden bzw. auf Boden mit Schotter sehr sehr vorsichtig. Auf Sand-, Wald- und Wiesenboden lief er völlig normal. Nach 14 Tagen konnte er auch auf hartem und Schotter-Boden normal gehen. Inzwischen läuft er kraftvoll und raumgreifend. Wir können täglich beobachten, wie er an Lebensfreude gewinnt. Inzwischen sind seine Hufe nicht wieder zu erkennen. Heute habe ich Kilate ganz regulär in der Reithalle geritten. Er läuft 1A und ist sehr motiviert. Wir haben hier aktuelle Fotos von den Hufen. Fortsetzung folgt ... J

 

Links: re Vorderhuf: der Riss und das Loch wachsen raus; rechts: beide Vorderhufe wachsen gesund nach unten

Update 19. März 2009

Heute war Renate zum dritten Mal da. Sie hat Kilates Hufe erneut ausgeschnitten und diesmal den Hufen an den Seiten Raum verschafft, damit die Oberlinie am Kronenrand wieder ihre ursprüngliche Linie formen kann. Bisher war dort ein Bogen nach oben entstanden, da die Eckstreben den Huf nach oben gedrückt haben. Dieser Korrekturprozess wird noch einige Wochen in Anspruch nehmen, da nicht genügend gesundes Horn da ist und Kilate weiterhin in der Lage sein soll, ohne Schmerzen zu laufen. Wir werden diese Korrektur Stück für Stück vornehmen. Auch nach dem Schneiden läuft Kilate normal und kann sich sowohl auf hartem Boden als auch auf unebenem Boden frei bewegen.

    

Links: re Vorderhuf am 05.02.09 nach dem Ausschneiden; Mitte: re Vorderhuf am 19.03.09 vor dem Ausschneiden; rechts: re Vorderhuf am 19.03.09 nach dem Ausschneiden. Der Huf weitet sich! (Fotos vom 05.02. und 19.03.09 Christine Pohl)

Update 24. April 2009

Das vierte Mal kam Renate zum Ausschneiden, nachdem wir aus Augsburg (Bodenarbeitsausbildung in Diedorf) zurück waren. Der Zeitraum war etwas lang. Dennoch entwickeln sich die Hufe gut. Kilate läuft jetzt nach dem Ausschneiden nicht mehr fühlig, sondern geht ganz normal weiter. Es scheint, dass er sich an das neue „Barfuß-Gefühl“ gewöhnt hat. Bisher ist keine Schwierigkeit aufgetaucht. Trotz der stark deformierten Hufe entwickelt sich der Huf von Ausschneiden zu Ausschneiden gut. Der Hufmechanismus ist in Gang gesetzt und die Hufe weiten sich und arbeiten.

   

Links: re Vorderhuf innen am 24.04.09 vor dem Ausschneiden; Mitte: Hufe von vorn am 24.04.09 nach dem Ausschneiden; rechts: Vorderhufe am 24.04.09 nach dem Ausschneiden. (Fotos Christine Pohl)

Update 07. Juli 2009

Der Zeitraum, den Kilate in Süddeutschland verbracht hat, hat seinen Hufen einen Schub gegeben. Durch die viele Bewegung im Offenstall bzw. auf feuchten Lößböden in Mittelfranken, sowie die Arbeit auf verschiedenen Untergründen haben den Hufen die Bedingungen gegeben, sich zu öffnen. Es wird ganz deutlich, wie der Huf nun gesünder nach unten wächst. Außerdem bekommt der Huf mehr Substanz, so dass die Form auch so geschnitten werden kann, dass der Kronenrand langsam von der Wölbung in eine gerade Linie kommt, um den Druck wegzunehmen. Der Huf ist sehr stark geworden. Trotz der großen Beanspruchung auf Kies und Schotter in Süddeutschland ist der Huf stabil und zeigt keinerlei Ausbrüche oder Umwölbungen, wie das früher der Fall war:

   

Links: li Vorderhuf innen am 01.07.09 vor dem Ausschneiden; Mitte: Huf re vorn am 01.07.09 beim Ausschneiden; rechts: re Vorderhuf am 01.07.09 nach dem Ausschneiden. (Fotos Christine Pohl)

Ganz aktuell wurde Kilate’s Huf am 01. Juli 2009 wieder ausgeschnitten. Am zweiten Tag ist dann am linken Vorderhuf in der Furche der Eckstreben ein Hufgeschwür ausgetreten. Nun geht er sehr vorsichtig. Er bekommt intensive Pflege und viel Feuchtigkeit für die Hufe, da das Klima derzeit mit seiner Trockenheit den Hufen zu schaffen macht und die Böden sehr sehr hart sind. Die Rötungen auf den Fotos nach dem Ausschneiden zeigen deutlich, dass die Hufe in die Weitung gegangen sind und arbeiten. Es ist das erste Mal eine Öffnung des Strahls zu sehen.

Update 28. September 2009

Durch unseren Umzug in den Süden ist meine Berichterstattung kurzfristig ins Stocken geraten. Jetzt steht Kilate in Diedorf bei Augsburg auf dem Therapiehof von Johanna Leich (siehe News - Berichte). Kurz vor unserem Umzug hat Renate Kilate’s Hufe am 01. September 2009 noch einmal ausgeschnitten. Er lief die letzten Wochen einwandfrei. Ich kann ihn auf allen Böden reiten. Seine Hufe sind stabil und elastisch. Es gibt keine ausgebrochenen Ecken mehr. Sein Strahl verändert sich total, wird offener und größer (flächiger).

In Augsburg angekommen, steht Kilate jetzt in einer Art Offenstall, in dem er auf völlig unterschiedlichen Böden 24h laufen kann. Das ist Gold für die Hufe! Das Ausreitgelände hier besteht ausschließlich aus Schotterwegen, so dass jetzt wirklich der Test beginnt, ob Kilate auf den Schotterwegen ohne Schmerzen laufen kann. Die ersten Ausritte (im Schritt!) waren klasse. Er geht mit kräftigen, raumgreifenden Schritten munter über die Steine. Bei extrem steilem Gelände ist in der bergab Belastung ab und zu ein vorsichtiges Laufen fühlbar. In Kürze werde ich Fotos machen und aktuelle Bilder der Hufe einstellen. Am Donnerstag werden Kilate’s Hufe das erste Mal von Peter Speckmaier ausgeschnitten, der Renate Hüttmann vor ca. 10 Jahren ausgebildet hat. Ich habe das Glück, dass Johanna Leich bereits Kontakt zu ihm aufgenommen hatte, um ihre Pferde auch von ihm ausschneiden zu lassen. Ich bleibe am Ball und werde weiterhin berichten.

Update 24. Januar 2010

Kilate ist putzmunter. Seine Hufe entwickeln sich prächtig. Er läuft nach wie vor einwandfrei. Das freie Laufen im Offenstall sowie die tägliche Bewegung und die Hufpflege tun ihm gut. Peter hat seine Hufe im Abstand von vier Wochen ausgeschnitten. Besser wäre ein kürzerer Abstand, allerdings ist das auf die Entfernung nicht machbar. Ich lerne jetzt Stück für Stück mit zu schneiden, so dass ich die Hufe zwischen Peter's Behandlungen weiter pflegen kann. Hier sind ein paar Eindrücke der Hufe, wie sie sich in den letzten Monaten entwickelt haben:

   

Links: Vorderhufe am 30.11.2009 nach dem Ausschneiden; Mitte: Huf re vorn am 30.11.2009 vor dem Ausschneiden; rechts: re Vorderhuf am 30.11.2009 nach dem Ausschneiden. (Fotos Christine Pohl)

   

Links: re Vorderhuf am 18.01.2010 vor dem Ausschneiden; Mitte: Huf re vorn am 18.01.2010 vor dem Ausschneiden; rechts: re Vorderhuf am 19.01.2010 nach dem Ausschneiden. (Fotos Christine Pohl)

Der Strahl entwickelt sich enorm. Seit dem vorletzten Mal Ausschneiden ist ein konstanter Raum entstanden, der den Huf beim Auftreten arbeiten lässt. Wenn ich Kilate beim Laufen von hinten beobachte, sehe ich richtig, wie der Huf "auf und zu" geht. Er bekommt mehr und mehr Fläche, auf der er sein Gewicht tragen kann. Sein gesamter Körper ist locker und entspannt, in jeder Lebenslage. Er kann sich frei tragen, läuft schwungvoll und mit viel Lebensfreude. Auf holprigen Wegen, Kiesel oder Split läuft er vorsichtig, aber rein. Seine Hufe sind stabil. Trotz Beanspruchung gibt es keine Risse oder Splitter im Gegensatz zu früher.

     

Kilate mit seinen Freunden Bill und Mayor November 2009 und Januar 2010 (Fotos Christine Pohl)


[1] EM steht für Effektive Mikroorganismen, wir haben dazu wichtige Informationen für Pferdebesitzer auf unserer Homepage zusammengefasst! EM-A ist aktiviertes EM, das ich unverdünnt bis tief in den Strahl gespritzt habe, um ein konstruktives Klima zu schaffen und die Fäulnis auf natürliche Weise zu eliminieren. Mehr Infos dazu haben wir hier zusammengefasst.

Last edited 24. Januar 2010